Ein lieber Gruß vom Chef des Hauses an unsere Runde.
Wir fühlten uns sehr wohl im Eiscafé bei Cappuccino, Waffeln mit Eis, Kirschen und Sahne.
Unsere Tante war aus den Niederlanden zum Geburtstag ihrer Schwester angereist, und wir nutzten die Gelegenheit für ein weiteres Familientreffen. Es wurden Fotos gezeigt, gemeinsame Zeiten mit viel Lachen kommentiert und zahlreiche Fragen gestellt. Die fünf mutterlosen Schwestern kamen nach dem Weltkrieg mit einem Kindertransport in unser kleines Dorf und wurden auf verschiedene Höfe verteilt, die Älteste war damals gerade neun Jahre alt. Eine sehr schwere Zeit, verbunden mit schmerzlichen Erinnerungen. Auf Umwegen kam schließlich die Älteste über eine Schulfreundin zu uns, unter die Fittiche meiner Oma, und irgendwann lernte sie den Bruder unserer Mutter kennen – so wurde sie unsere Tante!
Ein Foto aus der Dorfchronik, so und ähnlich sah die neue Heimat für die Mädchen aus Heiligenbeil, damals Ostpreußen aus.


Wow, was für eine dramatische Geschichte. Da verblassen meine geschichtsträchtigen Erlebnisse. Für deine Tante hat sich wohl alles doch noch zum guten gewendet durch schicksalhafte Fügungen. Hat sie noch Verbindung zu ihren Schwestern?
AntwortenLöschenKomme gut in den Mai, liebe Kelly!
Liebe Grüße,
Andrea
Es würde für einen Roman reichen, an Dramatik kaum zu ertragen, zu viel für einen einzelnen Eintrag. Unfassbare Zufälle des Lebens: Als die Mutter mit den Kindern über das vereiste Haff floh, war mein Vater als Soldat im Kessel von Heiligenbeil und entkam als einer der Letzten auf Prahmen über die Ostsee.
LöschenSo ein gemeinsames Schicksal verbindet für alle Ewigkeit.
Kein gutes Thema für einen hoffnungsvollen Maibeginn...
Seien wir dankbar für jeden guten Tag! Lieben Gruß!
Ein grundsolides Bauernhaus. Ob es noch steht?
AntwortenLöschenIch habe die Homepage von dem Eiscafe angesehen. Die habe ja eine fantastische Inneneinrichtung! War bestimmt angenehm in so einem Ambiente alten Erinnerungen nachzuhängen.
LG Christiane
Der hintere Teil des ehemaligen Elternhauses steht noch, während Stallungen und Scheunen abgerissen wurden. Vielleicht sollte ich doch das Angebot des ehemaligen Nachbarn annehmen, dessen Sohn das Anwesen nach mehreren Vorbesitzern erworben hat, um es zu besichtigen. 1959 haben meine Eltern, um sich zu vergrößern, einen Aussiedlerhof erbaut.
LöschenEs waren schwere Zeiten, und ein Besuch wie heute in einem Eiscafé wäre damals undenkbar gewesen...
Lieben Gruß!
Liebe Frauke,
AntwortenLöschenein Familientreffen mit alten Fotos! Sowas ist für mich so wertvoll. Auch ich werde wieder in meiner Heimat in der Oberpfalz im Juni Urlaub machen. Dort lebt mein 88jähriger Onkel, den ich natürlich besuchen werde. Ich habe schon mal angekündigt, seine auf dem Dachboden lagernden alten Fotos bereit zu halten. Ich werde da wohl einige fotografieren. Freue mich darauf.
Und du wirst sicher auch wieder auf meine Berichte von den Tagesausflügen dort neugierig sein. Es ist einfach wunderschön dort... :-)
Liebe Grüße
Traudi
Für die Zeit in der schönen Oberpfalz wünsche ich dir, liebe Traudi, alles Gute – und bitte stelle viele Fragen, denn die Zeugen der Zeit werden immer weniger. Auch alte Papierfotos wurden nicht von allen geschätzt und sind plötzlich verschwunden.
LöschenHerzliche Grüße von Kelly :).
AntwortenLöschenHallo Kelly,
was für eine dramatische Geschichte. Deine Tante hatte Glück, dass sich deine Oma um sie gekümmert hat. Das Familientreffen hat euch allen sicher gut getan.
Liebe Grüße Anette
Ja, das Kind damals hatte großes Glück, und wir sprechen oft gemeinsam von dieser einzigartigen Frau. Sie ist eigentlich die Stiefmutter meines Vaters und heiratete einen Witwer mit zwei Kleinkindern. Noch lange nach dem Kriegsende kamen Besucher von überall her, um ihr für all ihre Hilfe zu danken.
LöschenNur ein wenig von ihrer Güte – und die Welt wäre perfekt. Lieben Gruß!
Kein Wunder, dass ihr euch so gut unterhalten habt - bei diesen interessanten und wechselvollen Geschichten! Ist das Bauernhaus reetgedeckt? Im Burgenland gibt es auch Gegenden, wo das der Fall war, aber die Häuser waren viel kleiner. War eine arme Gegend.
AntwortenLöschenJetzt verstehe ich deine Verbindungen in die Niederlande.
Der Eiscafe-Besitzer versteht es, sich neue StammkundInnen zu angeln!
Lieben Gruß und schönen Feiertag!
Das alte Bauernhaus von 1807, wie am Türbalken zu lesen, hatte und hat immer noch ein Reetdach, ich erinnere mich noch an die Eiszapfen im Winter.
LöschenDie Verbindung zu den Niederlanden ist eine Geschichte für sich – uns Kindern wurde erzählt, sie seien aus dem Vorort Rotterdam wegen der vielen Bomben evakuiert worden. So kam meine Großmutter mütterlicherseits mit ihren Kindern aus dem Westen in das kleine Dorf – in Wirklichkeit gab es jedoch ganz andere Gründe. Erstaunlich, welches Elend durch Hass, politische Überzeugungen und Krieg entstehen kann... Gepriesen sei die Maienzeit, auch wenn nichts so ist, wie es scheint oder sein könnte.
Den Feiertag verbrachte ich mit einem Buch auf dem Balkon; ich hatte zwar eine Einladung zu einer Kundgebung, hielt es jedoch für meine innere Ausgeglichenheit besser, fernzubleiben.
Habt Dank, und ich wünsche euch allen eine schöne Maienzeit!